Nationaal Landschap IJsseldelta

Die Nationaal Landschap IJsseldelta besteht aus dem Polder Mastenbroek, dem Kampereiland, dem Mandjeswaard, dem Polder de Pieper, dem Zuiderzeepolder, der Flusslandschaft der IJssel und dem Zwarte Water mit den an seinen Ufern gelegenen alten Stadt- und Dorfkernen und dem Zwarte Meer. Das IJsseldelta mit seiner Flusslandschaft, seinen jahrhundertealten Poldern, den Warftbauernhöfen und Stromrücken ist eine von 20 Nationale Landschappen in den Niederlanden.

Wohnen im Delta, dort wo die IJssel und das Zwarte Water (Zwolsche Diep) in die Zuiderzee mündeten, war nur auf Flussdünen und Warften möglich. Städte und Dörfer wie Kampen, Wilsum, Grafhorst, Genemuiden und Hasselt lagen auf solchen Flussdünen. Die Bauernhöfe auf den Warften mit ihrer hochwüchsigen Bepflanzung verleihen der offenen, flachen Polderlandschaft ein gewisses Relief. Einen Kontrast bilden auch die Ränder entlang der IJssel und des Zwarte Water.

Der nördliche Bereich der Nationaal Landschap – das Kampereiland und die anderen Buitenpolder - wurde seit dem Mittelalter nach und nach der Zuiderzee abgetrotzt und in unregelmäßige Parzellen eingeteilt. Der südliche Teil besteht aus dem Polder Mastenbroek mit den ältesten geometrisch geformten Parzellen der Niederlande (1364). Das wertvolle Naturgebiet Zwarte Meer, als Teil der früheren Zuiderzee, gehört ebenfalls zum Nationaal Landschap IJsseldelta.

In der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts begann die Stadt Kampen mit der Bedeichung des IJsseldeltas. Durch die Deltabildung waren hier vierzehn Inseln entstanden, die die Grundlage für Kampereiland und die anderen Außenpolder bildeten. Die sukzessive Einpolderung lässt sich noch heute an den verschiedenen Deichen und Dämmen ablesen, die den ‚Fingern’ des Deltas folgen und sie manchmal abdämmen. Auch das unregelmäßige Parzellenmuster, das diese ‚Insel’ noch immer charakterisiert, findet seinen Ursprung im Verlauf einiger früherer Flussarme der IJssel, wie dem Noorddiep, dem Ganzendiep und De Goot. Einsam in der flachen Polderlandschaft taucht hier und da ein Bauernhof auf, zur Sicherheit auf einer Warft (auch ‚Belt’ genannt) errichtet und von Bäumen umgeben, die einen gewissen Schutz vor dem Wind bieten.

Zwischen Kampen, Zwolle, Hasselt und Genemuiden und südlich von Kampereiland liegt der Polder Mastenbroek. Das Ödland dieses Polders wurde im vierzehnten Jahrhundert in fruchtbares Land umgewandelt. Allerdings handelte es sich dabei um die Urbarmachung eines Torfsumpfes und nicht um die Einpolderung von Teilen der Zuiderzee. Für mittelalterliche Begriffe wurde dabei systematisch vorgegangen, was durch die Tatsache begünstigt wurde, dass es hier nur wenige Wasserläufe gab. Ausgehend von drei parallel voneinander gegrabenen Kanälen erfolgte eine großflächige, geometrische Parzellierung, die an das Muster erinnert, das Jahrhunderte später bei den Trockenlegungen von Schermer und Beemster in Nordholland angewandt wurde. Die Grundzüge dieser Struktur wurden bei der Flurbereinigung im 20. Jahrhundert beibehalten.

Die Bebauung in diesem Polder besteht ebenfalls aus Warftbauernhöfen. Außerdem kommt auf dem ehemaligen Zuiderzee-Deich im Norden von Mastenbroek, im Dorf Kamperzeedijk, Reihenbebauung vor. Dass dieser Deich dafür nicht immer ausgelegt war, lässt sich aus den zahlreichen Kolken ablesen.

Städte und Dörfer wie Kampen, Wilsum, IJsselmuiden, Grafhorst, Genemuiden und Hasselt weisen zahlreiche historische Gebäude auf. So gibt es in Wilsum eine Kirche aus dem Jahr 1050, die damit die älteste Kirche in Overijssel ist.

Kernqualitäten
· Älteste systematische, geometrische Parzellierung in den Niederlanden
· Sehr offene Landschaft
· Hauswarften und Stromrücken

    Nationaal Landschap IJsseldelta